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Röhrender Hirsch (Zwölfmal der Anfang)

In tiefem Traume der Vergessenheit
des wachen Denkens reglos leerer Stille
des Berges, Waldes und des Wassers Einsamkeit,
bespannt von Himmels makelloser Bläue,
erscholl ein Röhren aus des Hirsches Schlund,
der dort, in den gedachten innren Räumen,
die aus des Geistes Imagination entspringen,
sich sehnte, nach der dritten Dimension.

“Ich brauche Stoff! - Will aus Materie sein!
Ich bin die Lebenskraft. Und ich bedarf der Form.
Objekt will sein, was subjektiv hier west.
Ich will Vorhandenheit in Nahrungs-Nervenschale
und einen Namen will ich, der die Form benennt.
Ich will mich sinnlich selber tief erfahren,
um dann zu sehen, ob es langt zum Leben,
und transzendent des Stoffes Form zu tragen.

Ich brauche Stoff! - Will aus Materie sein!
Um ihrer selber willen und den höchsten Möglichkeiten,
die in ihr schlummern schon seit Anbeginn.
Es sollen Lust und Schmerz mich nicht erschrecken.
In Wiederholung des Gehabten darf die Form nicht enden.
Es gibt ein Mehr als Tod zerstören kann:
Vollkommenheit, auf der Erfüllung Thron!

Das ist das Bild, das mir vor Augen steht.
Der sterblich Dinge sind genug gewesen.
Jetzt muss der Ewigkeiten Dauer her!
In einer scharf umrissenen Gestalt.
Erscheine endlich, himmlisches Entzücken!
Durchdringe jede abgegrenzte Form!

Doch sei in einer schön und leuchtend da!
Der ersten, in des Stoffes schweren Ketten,
die nun zum Schmucke werden, statt zur trüben Last.
Nicht überbietbar sei geformtes Wesen,
und abgestreift Vergänglichkeit und Tod,
durch die Erfüllung tiefster Urbegier
zu sein auf ewig, immer, unvergänglich!

Hier ist ein Gott, der nach Vollendung röhrt,
weil eines Gottes Geist ihm angehört.

BĀLAVAT

 
Audio
Text 'Röhrender Hirsch (Zwölfmal der Anfang)', gelesen von Renate von Charlottenburg
00:00 / 02:54
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