Die neue, alte Weisheit
Nach langen, langen Jahren geduldigen Wartens war endlich es geglückt, die Weisheit wieder zu gebären, die schöne, ewige, immer dagewesene, verschollene und vergessene, die geheime, die doch offensichtlich stets vorhanden gewesen war, nur nicht gesehen, fast so, wie man den Wald nicht sieht vor lauter Bäumen und oft noch schlimmer: wie wenn der Ochs vorm Tore steht, gar wie ein Brett vorm Kopfe.
Nun aber war sie da, die neue, alte Weisheit, ausgebrütet. Zwar klein noch, doch im Wesen gleich dem großen, alten Wissen, dass oben eins ist, was zerteilt im Grund, und nun zurück will, was gefallen, mitsamt dem Stoffe, dem es nun innewohnt.
Verwundert blickte sie aus ihren kugelrunden Augen auf diese Welt des Schmerzes und der Lüge und auf die halben Dinge, die sich vollkommen wähnen, und war nicht sicher, was da zu tun sei. Da trat die Göttin und Herrscherin der Welten aus dem Bilde, das man sich von ihr machte, und warf mit edlen Steinen wild um sich her und lachte. Und sie rief:
"Schon wiegen sich die Keime neuer Hochkultur in vielen Herzen; in eine lichte Zukunft dreht sich der Planet!"
BĀLAVAT
