"Pais paizon": Das spielende Kind

Prof. Dr. Harald Seubert

Philosoph

BĀLAVAT im Sanskrit bedeutet „Pais paizon“: Das spielende Kind.

Heraklit bezeichnete damit eine Lebensform der Absichtslosigkeit und Unschuld des Werdens.

Friedrich Nietzsche evozierte unter diesem Titel eine höchste Stufe des Geistes, die in eine unerträgliche Leichtigkeit des Seins eintaucht. Alles Schwere hat sie hinter sich gelassen:

Den Kamelgeist, der vor allem Lasten trägt, den Löwengeist, der die Traditionen zerreißt und hinter sich lässt.


BĀLAVAT war bis in seine späten Jahre spielendes Kind geblieben. Er hatte als Mensch viele Transformationen durchlebt. Das Schwere hat er nicht gescheut: Als Maurer, Möbeltischler und Innenarchitekt par profession, als Lebenskünstler, der sein Leibliches in der Feinstofflichkeit an die äußersten Extreme brachte.

Doch aus dem Schweren ging das halkyonische Gelächter hervor, die Leichtigkeit einer zwanglosen dionysischen Natur, die er nicht mimen musste, die er einfach inkarnierte.

Bei BĀLAVAT sind Werk und Person engstens verflochten geblieben. Crux der Person war die Selbstüberschreitung, ein Aufstieg auf den höchsten Punkt, den apex theoriae, von dem her die Welt gesehen wird.


BĀLAVATs Hypermoderne setzt diese höchste Selbsttranszendenz ins Bild. Sie verwandelt buchstäblich alles, auch Kitsch und Dreck, ins Bild des absoluten Zustandes.

Von ihm wird alles in eine unabhängige Totalansicht gebracht, in den Überplan, der zugleich in Zartheit und Sensibilität Welt bildet.

Durch diese Zugangsweise ist BĀLAVAT ein überaus freier Künstler, unabhängig von gängigen konventionellen Mustern, mit denen er, eben das spielende Kind, leichthin verwandelnd umgehen kann. Ein machtvoller Zauberer, der die Blitze umlenkt, ein dionysischer und zugleich verletzlicher Weltschöpfer und Einreißer, aber eben in dem Modus des spielenden Kindes, das einreißt und aufbaut - doch immer in größter Unabhängigkeit.

BĀLAVAT spielt ernste Spiele mit uns, machtvoll und hingehaucht.

Hat sich etwas erinnert?

O ja, die Welt und zumal das Bewusstsein sind supramental verwandelt worden.

Prof. Dr. Harald Seubert

Philosoph (https://harald-seubert.de)

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