Die Sternstunde

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Die Sternstunde

div. Materialien auf Leinwand, kinetisch 160 x 120 cm

Die Sternstunde

Mit kühnem Geist und einer Braut im Arm
geriet im Laufe der Entwicklung ich an jenen Ort,
wo kosmischer Gesetze feste Formen
(frag keiner mich von wem, ich kann's nicht sagen)
in Unverrückbarkeit gegründet waren,
und zwar so tief, so absolut, so fest und starr,
dass dran zu rütteln völlig sinnlos war.

Hier sahn am Anfang oder Ende aller Zeiten
wir einen Obelisken aus Granit zum Himmel ragen,
und zwar so hoch, so weit, so klar und still und schön,
dass er die Sterne zu berühren schien.
Mit eingebautem Uhrwerk Zeit bemessend,
die's hier nicht gab und doch vorhanden war,
beherrschte er den Ablauf aller Dinge,
die irgendwo in weiter Erden Ferne
in den Erscheinungswelten vor sich gingen.
Ein weißer Löwe, völlig unbeweglich,
- war er aus Marmor oder Porzellan? -
warf einen ernsten Blick zum Horizonte,
als wär' von dort die Zukunft zu erwarten.
Ein wenig ratlos stand ich in der Wüste
mit meiner Braut in Weiß, der Unschuld Farbe,
den Geist geparkt am Obeliskenfuß (ein Porsche),
begann schon fast so wie der Leu zu blicken,
zumindest aber hin zum Horizont,
weil ich nicht wusste, was mit uns geschah
im Reich der letzten ehernen Gesetze.
- Da tat ein Tor sich auf zu neuem Leben,
nachdem der Menschen Ufer wir verlassen,
gestorben waren, weil kein Anfang da.

Der Geist zerbrach die auferlegten Schranken!
Die Gnosis suchte heim uns mit Gewalt!
Wir waren frei, den Göttern zu vergleichen,
an kein Gesetz gebunden wider Willen.

BĀLAVAT