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Manna, Manna, Himmelsbrot

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BĀLAVAT liest

Manna, Manna, Himmelsbrot
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Manna, Manna, Himmelsbrot

Das Original, bestehend aus div. Materialien auf Leinwand (120 x 160 cm), existiert nicht mehr.

Es ist nur noch als NFT erhältlich.

Manna, Manna, Himmelsbrot

Ich fischte mit dem Netz einige der geistigen Flugbrote, die eines Tages an meinem Fenster vorbeischwebten, verzehrte sie gierig und wurde vom Geist informiert.
Ersprach zu mir:
"Käme der Mensch ohne Nahrung aus, brauchte er nicht zu essen und wäre somit weitaus weniger in ein kollektives Gebilde des Erhalts seiner Art, wie den Staat, eingebunden, würde dadurch einer übertriebenen Individualisierung folgen und somit zwangsläufig in der Pervertierung aller seiner verbliebenen Bedürfnisse enden.
Hätte der Mensch keine Furcht vor dem Verlust seiner Form, weil er sich auch ohne sie existent wüsste, gäbe es keinen Krieg, keinen Mord oder sonstige Zerstörung, es sei denn, aus Vergnügen daran.
Hätte der Mensch beim Sexualakt starke Schmerzen oder würde er sofort nach der Geburt eines Kindes absterben, gäbe es keinen Grund für die Fortpflanzung, es sei denn, jemand würde ihn verpflichten, die Art zu erhalten.
Dazu müsste ihm der Grund genannt oder Zwang auf ihn ausgeübt werden. Unter diesen Umständen wäre die ganze menschliche Entwicklung gefährdet, die stets auf den Erhalt der Art und auf das immer größer werdende Gemeinschaftsempfinden unter der Beibehaltung des Individuums gerichtet ist.
Verlangen nach Nahrung und Sexualitätstrieb sind also für den Menschen unwegdenkbare Zwänge, auf die er erst dann verzichten könnte, wenn er zutiefst den wahren Grund seiner Existenz erkannt hätte. Solange das nicht der Fall ist, wird er den Determinierungen durch die Natur unterliegen oder sogar den Beibehalt dieser freudig und vehement verteidigen, was auch sein Recht ist.
Ein Wesen aber, dem, auf welche Art auch immer, der wahre Existenzgrund offenbart worden wäre, unterläge diesen Zwängen nicht mehr und würde auch für den Erhalt des Körpers im Laufe der Zeit eine andere Art von Nahrung benötigen, die bis in die Feinstofflichkeit führte und in der Geistnahrung ihren Höhepunkt fände. So müsste der Mensch, da er keine Formen mehr zugunsten seiner formalen Existenz zerstörte, auch nicht mehr sterben, und somit wäre der Sinn der Fortpflanzung aufgehoben, und der Mensch wäre frei und unsterblich und der Tod nur eine Möglichkeit, die man herbeiführt, wenn man diesen Planeten verlassen möchte, weil er keine Felder für neue Erfahrung mehr bietet."
So sprach der Geist zu mir, nachdem ich das Brot gegessen hatte, und ich staunte nicht schlecht über seine Worte. So etwas hatte ich noch nie gehört!

BĀLAVAT

 
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