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Der goldene Schuss oder Supramentale Mutation

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BĀLAVAT liest

Der goldene Schuss oder Supramentale Mutation
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Der goldene Schuss oder Supramentale Mutation

div. Materialien auf Leinwand, elektrifiziert 160 x 120 cm

Der goldene Schuss oder Supramentale Mutation

Nach jahrelangem vergeblichen Mühen, das menschliche Denken, Fühlen und Handeln, mit Hilfe eines fundierten Wissens von den tatsächlichen, kausallogisch und juxtapositionär in Identität ermittelten und deshalb höchstwahrscheinlich auch wahren universalen Zusammenhängen, zu überwinden, erschien mir vor dem erschöpften, willenlos gewordenen Geiste, der sich aus purer Ohnmacht zur Ruhe begeben hatte und nun dabei war, in die Sphären des Schlafes hinüber zu gleiten, ein wie mit Scheren scharf geschnittenes, lebendiges Bild:
Von einem explosionsartigen, jedoch unhörbaren, absolut lautlosen Krachen begleitet, erschien eine embryoartige, alabastern leuchtende Gestalt am geistigen, schlaftrunken vor sich hin dämmernden, hellgrauen, mentalen Himmel.
Sie trug eine kleine mit Diamanten besetzte Krone auf ihrem leuchtenden Haupt - was sie als königlich auswies - und weshalb man hier nicht profan von Kopf sprechen konnte. Die Gestalt stand - nein! - sie schwebte aufrecht im Lichte eines sich nach allen Seiten grell entladenden Blitzes, dem Vater aller Dinge‚ wie Platon zu sagen beliebte.
Ihre Gesichtszüge waren – nicht zuletzt durch die grünen Raubtieraugen, die sie besaß und aus denen sie scheinbar herrschgewohnt durchdringend auf mich blickte -, von einer derartig majestätischen Strenge und Willenskraft, dass ihr Blick meinen, sowieso schon müden und erschöpften Geist suggestiv noch müder, sozusagen todmüde machte und er, mit der von innen her leuchtenden Erscheinung vor Augen, welche ihn nun sogar freundlich bei der Hand nahm, einschlief.
Tief im Nervensystem fühlte ich eine wundersam beglückende und immer stärker werdende Schwäche, welche, über eine ekstatisch empfundene Ohnmacht, in einer Art beseligender Auslöschung jeglichen gesonderten Personseins endete. (Später erfuhr ich, dass nur die Ich-Idee ausgelöscht worden war.)
Währenddessen hatte das Lichtwesen, welches, von der glitzernden Krone auf seinem Haupt ausgehend, eine goldglänzende DNS-Kette um den Leib geschwungen trug, aus seinem erigierten Penis, den es besaß (es schien sich um ein männliches Wesen, den Geist, zu handeln), mit unwiderstehlicher Gewalt eine Wucht goldglänzender Spermien in meinen, unterdessen unbegrenzten, weiten und leeren Geist ergossen.
Am ganzen Körper zitternd, schaudernd vor Glück, vibrierend in Lust, heimgesucht von einer unbeschreiblichen Ekstase, erwachte ich, gerade noch wahrnehmend, wie das göttliche Lichtwesen sich zu mir herabbeugte und mir zärtlich flüsternd ins Ohr sprach, während ich seinen göttlichen Hauch spürte: „Nun bist du kein Mensch mehr, sondern ein supramentaler Mutant.“
„Endlich!“, antwortete ich und erwachte unendlich erleichtert.
Dauerhaft wohnt nun in den Hüllen der Physis, des Lebens und des Denkens in Bildern der leuchtende Geist!
Groß ist er, fröhlich und frei!
Unbezähmbar sein Glück, seine Macht!
In Liebe entbrannt, dem mystischen Feuer, verströmt er grenzenlos der Denkbarkeit holdeste Formen.
Amen.

BĀLAVAT

 
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