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Der Hauch des Geistes

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BĀLAVAT liest

Der Hauch des Geistes
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Der Hauch des Geistes

div. Materialien auf Leinwand, mit Mechanik 160 x 120 cm

Der Hauch des Geistes

Durch die Nacht der Welt gezogen
kam ein Hauch aus Geistes Sphären
zu den Denkern hingeflogen,
die dem Licht den Rücken kehren,
weil sie in den Hirnen richten
jedes Denken auf den Nutzen
und den Genius, den schlichten,
komplizieren und beschmutzen,
bis am Ende nicht mehr klar,
ob Erkanntes nur Erdachtes,
dazu nicht mal wirklich wahr,
sondern nützlich nur Gemachtes,
für den niedersten der Zwecke,
für das Glück der eigenen Art,
deren Menge sich im Drecke
halber Wahrheit suhlt und paart,
um, vermehret in der Masse,
nicht in Geistes Qualitäten,
als Entwicklungs höchste Klasse,
gegenseitig abzutöten,
auszubeuten, zu betrügen,
zu belauern, zu bestehlen,
zu verachten, zu belügen,
und sich bis aufs Blut zu quälen,
unter irgendeinem Sterne,
einem Banner, einem Gott,
den man weiß in weiter Ferne,
zu ergehn in Hohn und Spott,
an sich selber, an den Tieren,
an den Pflanzen, an den Steinen,
wo man doch auf allen Vieren,
kriechen müsste, will mir scheinen,
um vor Scham gleich zu vergehen,
auf ein Nimmerwiedersehen.


Durch die Nacht der Welt gezogen,
kam ein Hauch aus Geistes Sphären,
der die Dunkelheit bewogen,
hin zum Lichte sich zu kehren,
welches jenseits der Erscheinung
und des Nutzens der Erkenntnis,
dabei bar an jeder Meinung,
rückhaltlos, wie ein Geständnis
oder eine Offenbarung,
den Zusammenhang erklärte
und die Einsicht zur Erfahrung
machte und als wahr bewährte:
unvergleichlich, gut und schön,
wie die Venus anzusehn!

Dass dabei der Lähmung Schwere
von den trägen Geistern wich
und sie durch des Denkens Leere
leichter wurden, störte nicht;
nein, es brach ein Jubel aus
und frenetischer Applaus!

BĀLAVAT

 
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