Der Präsentierteller

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BĀLAVAT liest

Der Präsentierteller
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Der Präsentierteller

Objekt, div. Materialien Durchmesser 45 cm

Der Präsentierteller

Des Einsseins Freude fehlt dem Abgetrennten.
Zerteilung zeugt den Mangel, dieser Gier.
Es sehnt das Fleisch sich stets nur nach sich selber.
Die Schwäche sucht die Kraft und umgekehrt,
und Schuld heischt nach der Unschuld Reinheit immer.
Die schauert selig vor des Abgrunds Rachen,
weiß sie sich unbesudelt noch im Blute.
Für ihn soll nackt das Opfer sein und jung dazu
und rosig weich des Fleisches zarte Faser.
Die sehnt nach Muskeln sich, so hart wie Stahl,
dem festen Griff, dem Zwang, der süßen Niederlage.
Die Lust heißt Gier und die wird Lust genannt,
verleibt sich ein und wird das Einverleibte.
Von Gott gefressen ward manch Opfertier,
damit es werde, was es selbst nicht kann.
Ich aber sage, die Gewalt beherrschend:
"Es gibt noch Größeres als Naturgesetz!
Des Todes weiße Tiger selbst sind sterblich,
die Liebe, das Erbarmen sind es nicht.
Es kann der Geist sich ohne Zähne einen
und gnädig zu den weißen Tigern sein,
befehlend ihnen, nun zu präsentieren,
was, außer sich, das Liebste ihnen ist,
damit auch sie das Geben schnell erlernen
und Schweinchens Glück ins Grenzenlose treiben,
dass jeder rufen kann, des Auge es erblickte:
Der Unschuld ist die Kraft zurückgegeben!
Ein göttlich Wesen lebt auf dieser Welt!"

BĀLAVAT

 
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