Brot und Kuchen
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Brot und Kuchen

Objekt, div. Materialien

Brot und Kuchen

Ein armer Hund, der Mensch, vom Geist durchdrungen,
der, Grenzen brechend, diesen Wicht erfasst
und ihn emporhebt in die eigenen Sphären,
ihm schauend zeigt, was der nicht denken kann.
Mit offnem Munde wird er staunend lallen
und taumeln durch der Klarheit Übermaß,
das Instrument der Wiedergabe sich versagen.
Zu schnell, zu groß, zu hell, zu einfach auch,
was in des grauen Denkens trübem Lichte
dem Intellekt auf Silberfuchses leisen Sohlen
als ungeheuer kompliziert einst dargeboten,
ist hier ein Grund, sich lächelnd hinzugeben
in der Entrückung Schoß und Augenscheine.
Verdrehten Auges wird er blind nun sehen,
von Wahnes Odem heiß und kalt durchweht
wird er im Unglück Freudentränen weinen,
Entzücken finden, wo Entsetzen wohnt.
Dann wird er ausgeliefert an die wilden Horden,
der Furien und Dämonen Spielball sein
und mag hier bestenfalls als Künstler wesen,
im Ruhm sich seiner wilden Gesten sonnend,
des Zerrbilds Schrecken als sein großes Werk,
gar mit Posaunen, Pauken und Trompeten,
dem Volke nahe bringen, welches schaudernd staunt
und glaubt, es wären jetzt des Himmels goldne Schleusen
für diesen einen und es selbst gebrochen.
Doch welch ein Irrtum! Und nicht aufzulösen!
Der Wahrheit nah, ihr fern, wie nie zuvor!
Ein armer Hund, der Mensch, vom Geist durchdrungen,
der, Grenzen brechend, diesen Wicht erfasst
und ihn emporhebt in die eigenen Sphären,
bevor Natur in ihm ein Instrument erschaffen,
das ihn befähigt, selbst wenn Gott ihm nahte,
Gelassenheit und Ruhe zu bewahren.
Der wird der Größte sein im Angesicht der Sonne,
der sich im Stoff als nichts Besondres sieht.
Dem wird das Brot zuteil, was Kunst verschenkt,
der hinter ihr vom süßen Kuchen weiß.

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