Der Herr ist mein Hirte, und der Hirte bin ich

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Der Herr ist mein Hirte, und der Hirte bin ich
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Der Herr ist mein Hirte, und der Hirte bin ich

div. Materialien Großobjekt 120 x 120 x 200 cm

Der Herr ist mein Hirte, und der Hirte bin ich

Verwehrt den schwarzen Schafen ist der Weg zur Tugend.
Die breiten Wege sind für sie gesperrt.
Der Herdentrieb hat für die Einzelgänger,
Bedeutung klar erkennend, keinen Sinn.
Wo alles hinstrebt, ist nichts mehr zu holen.
Geplündert ward so manches edle Haus,
die Heiligkeit gejagt aus goldnen Tempeln
durch allzu viele Pilger, fromm und gut.
Hier hat ein Außenseiter nichts zu suchen,
wo die Bequemlichkeit verströmt ihr süßes Gift
und alles Tun im Wohlbefinden endet.
Gefährlich sind die kleinen Harmonien.
Vom primitiven Glück durchdrungen und geprägt
ist Überschaubarkeit, des Denkens größter Glanz,
die einz'ge Macht, Erkenntnis, und gegossen
die letzte Einsicht in den Stahlbeton.
Den gilt's zu knacken durch die Kraft der schwarzen Schafe.
Durch Außenseitertum schuf Gott die Welt.
Wie sonst wär' denn sein Fehlen zu erklären?
Er bessert nach, was ihm beim ersten Wurf misslang.
Doch tut er's aus der Ferne
und aus sicherer Höhe.
Die schwarzen Schafe tun die Drecksarbeit für ihn.
Nicht weil sie wollen, nein, weil sie es müssen!
Es liegt des Unheils Zwang auf dem zu kleinen Glück!
Geborgt und zeitgebunden ist das frohe Lachen
und Unschuld überdauert kurze Kindheit nicht.
Das schwarze Schaf jedoch wird schwarz geboren.
Das Salz der Erde ist die böse Saat.
Auf, auf ihr Guten! Werdet besser, besser!
Geht an die Grenzen, wo's nicht weiter geht.
Schreibt gar die Selbstdarbringung auf die eigne Fahne!
Das schwarze Gotteslamm hat's schon getan.
Es trägt die Sünde, der Trophäe gleich, stolz auf dem starken,
schwarzen Rücken,
wohlwissend, dass es trägt der Zukunft Tugend.
Die Herde unterdessen blökt im Chor
das alte Lied vom großen Wohlbefinden
und duckt sich ängstlich unter Schicksals Hammer.
Geht zu den weißen Schafen nicht, ihr großen Seelen!
Versperrt sei durch den Hirten euch der Weg.



Die Welt- die Hölle hat genug zu bieten,
das weiterbringt als bis zur Menschenart.
Es meidet die Genügsamkeit das Freie, Wilde,
und will gezähmt sein durch Erkenntnis Macht.
Nicht abgetötet soll die Bosheit liegen.
Sie will benutzt sein wie die Edelhure.
Sie will versenken neuen, unbekannten Samen
in jenen Abgrund, der das All regiert.
Aus neuen Gründen soll die Welt sich drehen.
Nur um der Menschheit Willen selbst zu leben
genügt dem Aufwand nicht der hier geschah.
Zu groß das Elend und zu klein das Glück.
Der Endlichkeit sei angesagt der Kampf
und 'Gut' und 'Böse' aus dem Wörterbuch gestrichen.
Mehr kann der freie Geist, als der in Ketten,
mehr kann die Untat mit dem großen Hintergrund.
Des Staates Regeln sind nur für die Kleinen,
die armen Reichen, die die Ordnung lieben,
um ungestört dem bösen Spiel zu frönen,
das ungeniert man dann das Gute nennt.
Drum hütet euch, ihr geistig Asozialen,
dem Massenwahn des Wohlbefindens zu erliegen.
Wir brauchen Not und Dreck und Elend um zu wachsen,
nicht Kathedralen der Bequemlichkeit.
Den Frieden suchen nur die trägen Geister.
Der Ordnung Ruhe herrschet überm Grab.
Kampf, das heißt Leben und am Leben bleiben.
Und Leben heißt an allen Fronten Krieg.
Es treibt die Gier nach Macht das kluge Handeln.
Und Notdurft zwingt den Faulsten auf den Thron.
Der Hunger und der Mangel lassen streben.
Die Liebe ist ein Paradox des Seins.
Sie findet keinen Grund in den Gesetzen
der Nahrungskette, die für jeden gilt.
Der Herdentrieb dient nur der Sicherheit.
Der Menge Meinung? Faschistoider Zwang.
Aus Angst vor dem Entwerden singt der Chor.
Ein schwarzes Schaf geht seinen Weg allein.
Und sind es mehr, die sich darauf besinnen,
dass Freiheit Mut braucht und bewussten Willen,
dann wird die Art sein ohne Furcht und Tadel,
die wissend, angstfrei in den Abgrund geht
und dort die neue Welt begründet.
Drum lasst die schwarzen Schafe jetzt ans Ruder!
Sie zeigen uns den Weg ins wahre Glück.
Doch was heißt Glück?
Wir fordern Seinsekstase
im Anblick der Zerstörung dieser Welt!
Spaß soll es machen, wenn zugrunde geht,
was hohes Ziel der Denkbarkeit verfehlte,
und dessen Möglichkeit verachtend unterband,
durch frommes Heucheln und durch hohle Werte,
die, aufgezwungen, hin zum Abgrund führten,
der als das wahre Ziel vor blinden Augen stand.

Wir wollen lachen, wenn das Ende naht!
Entsetzen tragen, wie die großen Seelen!
Mit einem Lächeln auf den Lippen sterben.
Denn ohne Tod ist unserer Sehnsucht Kraft.
Und ohne Angst schaun wir in das Verderben.

Das ist der neue, freie Geist auf Erden,
der weiß, wo’s langgeht, wenn er zweifeln muss.
Den hält nichts auf, der aus dem Wissen schöpft.

Und er alleine hat das große Sagen!
In seiner Hand liegt nun die ganze Macht.
Schwarz ist das Gotteslamm geworden.

BĀLAVAT

 
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