Verhungert halb, schmeckt trockenes Brot wie Kuchen

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BĀLAVAT liest

Verhungert halb, schmeckt trockenes Brot wie Kuchen
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Verhungert halb, schmeckt trockenes Brot wie Kuchen

div. Materialien auf Leinwand 160 x 120 cm

Verhungert halb, schmeckt trockenes Brot wie Kuchen

Der Geist, verdorrt zur Theorie, lechzt nach dem Blute der Erfahrung, nach dem wahren Leben!
Was nützt das größte Wissen ohne Macht und was die Macht, die ohne Wissen lebt?
Ermüdend wirkt die ewige Wiederholung der Natur, das viele Kommen und das viele Gehen.
Man altert wohl aus lauter Langeweile und weil man weiß, dass alles bleibt, wie's ist.
Der Tod tritt irgendwann dann aus Erschöpfung ein, und müde legt man sich zur letzten Ruhe.
Verhungert halb, schmeckt trockenes Brot wie Kuchen.

Wann hat ein Ende dieser Zwang, das Zeug zu fressen, das uns der Intellekt mit scharfem Messer in hübsche Scheiben schneidet, portioniert, verdaulich macht durch logische Begründung, wohlwissend, dass es uns wie Kuchen schmecken wird, im Angesicht der geistigen Hungersnot, die schon so lange dauert.
Wer hält uns da in der Genügsamkeit? Wer redet ein uns, dass Bescheidenheit gar eine Tugend sei? Wer macht uns weis, es gäbe keine Wahrheit hinter allem, keinen Sinn? Wer lullt uns ein mit der Bequemlichkeit? Wer sagt, dass sterben ganz natürlich sei und die Begrenzung unseres Daseins unvermeidlich?
Genug des trockenen Brotes, das wie Kuchen schmeckt!
Wie schmeckt denn dieser in derselben Lage?
Her mit dem Kuchen aus dem Land des Lichtes!
Es gibt wohl an die hunderttausend Sorten, denn Fülle und auch Vielfalt sind dem Sein zu eigen. Erfüllung heißt das große Grundgesetz! Satt ist die Harmonie uns näher als der Krieg. Der Wahrheit kann man sich auf tausend Pfaden nähern, nicht auf dem Bauche kriechend nur und auch nicht nur errechnend. Das Planquadrat ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Das trockene Denken kann man ohne Zögern den Maschinen überlassen!
Wo ist bewusster Wille? Wo?
Wo ist die Intuition, wo die Ideenebene? Wo sind die Schau und das spontane Wissen? Wo ist die Macht der Liebe, welche alles kann? Wo ist des Wahnsinns Kraft, die aus der Sonne springt? Und wo das Unbeugsame? Wo nur, wo???
Rot ist das Blut, grau sind des Hirnes Zellen. Süß ist der Schmerz des Werdens und Vergehens und voller Freude das bewusste Sein.
"Ich will den Kuchen aus dem Land des Lichtes!" rief ich zum Himmel (oder war's die Hölle?). "Ich fress das trockene Brot nicht mehr!"
Da reißt die Nacht, das Nein zerbricht, und das Nihil vergeht, in dem wir alle leben, nicht kennend das Woher, Wohin, Wozu. Und Kuchen fällt vom Himmel, jede Menge!
Gottvater wirft ihn höchstpersönlich auf die Tafel! Und die Ideen prasseln nur so in die grauen Zellen, ohne Ende! Die Intuition verknüpft mit leichter Hand duales Denken, gibt jedem seinen Platz und Wert und seine Zeit. Erkannt das Eine, ist gewusst das Viele! Und Wissen wird zur Macht, die Welt zu lenken. Und wo man hinkommt, essen alle süßen Kuchen!
Satt bis zum Rand, weiß man den Mangel erst zu schätzen, und Brot gewinnt die Heiligkeit zurück.

BĀLAVAT