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| Die Sache mit der Ordnung und der Freiheit |
160 x 120 cm |
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Die Katze sprach zur Mäuseschar: Mal aufgepaßt! Denn eins ist klar: Die Lebensschule - hergehört! - ist, Mäuse, sag ich, viel mehr wert als jene grause Zwangsanstalt, in der des Staates Allgewalt uns vorgibt, was wir lernen sollen, und das mehr müssen, als es wollen. Es sind das Rechnen, Schreiben, Lesen von jeher wichtig zwar gewesen für freien Geistes Ausdrucksform, der Staat jedoch zielt auf die Norm, er kennt sich selbst nur und die Masse, das Einzelwesen in der Klasse. Erkennens Freude keimet nie in vorgegebner Theorie. Die Schule lehrt euch nicht den Sinn nach dem Woher und dem Wohin, warums euch gibt, wohin ihr geht, wenn ihr das Ende nahen seht. Der Staatsreligionen-Unterricht behauptet zwar, beweist es nicht, was er mit Vehemenz vertritt. Ne kluge Maus macht da nicht mit! Erfahrung heißt das Zauberwort, im Leben, wie an andrem Ort. Seht in der Ferne ihr das Haus? So sieht die Lebensschule aus. Ich lebe dort seit vielen Jahren. Ihr seht, ich bin nicht schlecht gefahren. Bin wohlgenährt und kerngesund, kam nie auf den besagten Hund. Des Universums Lehrprogamm kennt keine Reue, keine Scham. Was einer will, das kann er machen, ob gute oder böse Sachen. Ich kann es euch getrost verraten: Nicht wird belohnt man für die Taten, die man beging, und nicht bestraft. Ein jeder lebt im eigenen Saft. Und endet erstmal die Moral, stirbt mit ihr die Gewissensqual. Dann zählt nur, was bewußt man wollte, auch wenn man's so nicht machen sollte. Nur was zum Ganzen zielt, ist gut, egal ob man es böse' tut. Nun sagt, ist das nicht wunderbar? Moralgesetze wandelbar!? Nicht festgefügt, weil so gelehrt. Ab jetzt geht alles umgekehrt! Es weicht die Tugend mit der Sünde und die verweht im selben Winde. Die Lebensschule kann euch sagen, wie wir die Last des Lebens tragen, daß diese noch zur Lust uns wird, selbst wenn sie sich im Leid verirrt." Die Katze schwieg, sog Luft heran, um fortzufahren allzudann: Nicht daß ihr denket: Ach, wie schön! Wir lassen uns jetzt alle gehen! Die Freiheit kennt nur ein Gesetz: Das Denken wird durch's Herz ersetzt. Und das denkt warm und stark und klar, doch mordet manchmal auch sogar. Ja selbst der böseste Tyrann wird liebevoll getötet dann, weil er das Gute' tun wollte, doch Böses' tat, was er nicht sollte, und so durch seine Schreckenstat uns andre aufgerüttelt hat. Und damit weiß dann jedes Kind, daß wir nicht besser als er sind. Die Lebensschule bringt es bei: Die Liebe nur macht alle frei und lehrt euch denken, wenn ihr wollt, und nicht recht wißt, wie ihr das sollt. Kommt also, Mäuse, mit sodann, damit ich es euch zeigen kann. Wer nur an sich alleine denkt, wird hinten, dort, im See ertränkt." Die Mäuse riefen: Aber klar! Die Liebe, die ist wunderbar! Bei uns liebt jeder jetzt schon jeden! Nun lockst du mit dem Garten Eden, in dem dann, ohne Angst vor Strafen, ein jeder kann mit jeder schlafen, und das natürlich umgekehrt, ganz gleich ist, wer mit wem verkehrt. Das soll uns eine Schule sein! Befreit von aller Zwänge Pein, wolln lieben wir uns dort im Haus, auf: Teufel, komm mal aus uns raus! Wir sind bereit, mit dir zu gehen! Wir sind die Richt'gen! Du wirst sehen! Wir sagen dir's mit einem Satz: Wir leben gerne für die Katz!" Da stieß ein Bussard aus der Nacht und hat sie alle umgebracht! Nicht, weil sie böse waren, nein! Sie liebten nur sich selbst allein. Die Lebensschule blieb nicht leer. Es kamen andre Mäuse her. Ob`s diesen ebenso erging, das ist ein völlig andres Ding. Doch eins ist klar - nicht nur der Katz - , die Zwangsanstalt hat ihren Platz! Der Schulpflicht Härte, laßt's euch sagen, hilft uns die Lebensschule tragen. Ein milder, doch gestrenger Zwang, macht nicht gesund, doch auch nicht krank. Bis uns erlöst der Himmelssohn, gilt für die Masse: STAATSRÄSON! Der Freigeist nur weiß, wann und wie sie endlich kommt, die Anarchie, die sich auf höchste Ordnung gründet und diese tief im Chaos findet. | |
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