| Die Wirkweisen des seienden Nichts Idee als Substanz Anzeichen von Transzendenz | |
Warum aber soll uns, die wir uns bis zur Identifikation mit einem seienden, aktiv pulsierenden, Urmaterie erschaffenden Nichts emporgeschwungen haben, in den Sinn kommen, in irgendeiner Form kreativ zu werden? Es besteht dazu keine Notwendigkeit. Möglich ist es zwar, jedoch nicht nötig. Und was nicht nötig ist, braucht nicht vollzogen zu werden, es sei, etwa nur deshalb, weil es möglich ist oder die Freiheit des schöpferischen Handelns Freude macht und es zulässt. Warum sollte man sich als Erkennender des seienden Nichts nicht Gedanken über dessen Wirkweisen und die der eigenen Natur machen, wo man diese doch nachweislich bisher nur materiell darwinistisch und von der Evolution der Formen her annähernd kennt? Warum sollte also ein durch die Involution seiner selbst zu Urmaterie gewordenes seiendes Nichts, welches durch die Urmaterie seine Vorhandenheit beweist oder diese zumindest zu beweisen trachtet, nicht in einem intelligenten ,Rückholversuch (einer Evolution), die Materie einbeziehend, sich seiner selbst wieder bewusst werden? Das Universum könnte - so sagt sich der kausal-logisch und juxtapositionär in Identität Denkende -, das wahrgenommene Universum könnte sogar nur eines unter vielen sein, weil das Grundprinzip des seienden Nichts die Unendlichkeit ist, denn das Nichts hat keine Ende, wie seine Vorhandenheit auch. Man könnte zum Schluss kommen, dass alle dreidimensionalen, materiellen, zeitlichen Erscheinungen aus derselben Substanz eines einzigen seienden Nichts bestehen, und dass, da diese Erscheinungen nachweislich intelligent miteinander verknüpft sind, sie als eine, vielleicht sogar eine bewusste, Erweiterung einer ursprünglichen, unendlichen, wachen und bewussten Durchgeistigung des einen seienden Nichts angesehen werden müssen. Denn von nichts kommt nichts, es sei, das Sein, wie beim seienden Nichts. Wo aber kommt - wenn wir ihn einmal zulassen - dieser intelligente Geist her? Er hat keine Herkunft. Er beweist sich, wie wir wissen und wahrnehmen, evolutionär selbst, wie ein ordentliches Axiom das machen muss, wenn es gültig sein soll. Dieser intelligente Geist beweist sich sogar dann, wenn wir ihn wegdenken, wie der Nihilismus es vergeblich versucht, weil er im Akt des intelligenten Wegdenkens sofort wieder in Erscheinung tritt. Es bleibt gar nichts anderes übrig, als denkfrei und dennoch vorhanden zu sein, und das ganz abgesehen von den pragmatischen Auswirkungen auf die sinnliche, vitale und physische Vorhandenheit der wesenhaften Instrumentarien, als die wir hier unten in Erscheinung treten. Wir stellen fest: Ursache aller sichtbaren wie unsichtbaren, sowie aller phänomenal auftretenden, selbst aller wesenhaften Existenz, inbegriffen des nicht oder noch nicht oder nicht mehr Existierenden, scheint der wache Geist, oder sagen wir besser, eine Bewusstheit des wie beschrieben funktionierenden seienden Nichts zu sein, die allem Anschein nach Freude und Freiheit in kreativer Allmacht besitzt (woher auch immer) und diese genießt, oder die, da sich alles selbsttätig in Gang setzt, weiß und deshalb gewiss ist, dabei kausal-logisch und juxtapositionär in Identität denkend, dass sie sowieso irgendwann (Zeit spielt hier keine Rolle) wieder zurück zu sich selbst finden wird, weil es nichts anderes gibt, als das eine, sie selbst seiende Nichts und dessen höchste Vorhandenheit. Wenn wir soweit sind, wird klar: Der dieser Involution des seienden Nichts folgende Evolutionsprozess will nicht nur eine harmonisierte, ideal vervollkommnete, menschliche Gesellschaft oder ein vervollkommnetes Individuum, sondern mehr: Er will den Übermenschen, der durch Identität mit allem was ist und vom Dünkel, eine endliche, einzelne, individuelle Person, ein ,ich zu sein, gereinigt auftaucht. Er besitzt dann, wie die Natur unterhalb der menschlichen Existenz, keine Ethik mehr, die sowieso nur eine Übergangslösung, eine Brücke vom instinktiven, determinierten ins bewusst vorhandene schöpferische Dasein ist. Seine Ethik ist nun eine Überethik und heißt Identität mit allem Existierenden und Nichtexistierenden, da er sich selbst als ursächliches, unendliches, alles in sich tragendes und durchdringendes seiendes Nichts empfindet und weiss. Seine körperliche, vital-mentale Vorhandenheit erfährt er als der Geburt und dem Tod, also einem Anfang und einem Ende unterworfen, als rein instrumental und nicht als sein eigentliches Wesen. Dieses ist das alles in sich tragende und somit alles durchdringende seiende Nichts, sozusagen das seiende Nichts aller sichtbaren und unsichtbaren individuellen, multipersonellen, kollektiven und apersonalen Vorhandenheit. Damit ist natürlich immer noch nicht die Frage geklärt, woher das seiende Nichts innerhalb der materiellen Evolution die notwendigen Bilder nimmt, um schöpferisch zu werden, und ob nicht vielleicht die gesamte Entwicklung (Evolution) ein rein kausal-logisch funktionierender, mechanischer Prozess ist, der damit endet, dass es eine Intelligenz gibt, welche zwar die Außenseite der stofflichen Existenz weitgehend beherrscht, jedoch weiterhin dem Werden und Vergehen seines Instrumentariums unterworfen ist. Ein evolutionär ungenügendes Ergebnis, wenn man an die zeitlose, unendliche Dauer des seienden Nichts denkt, dessen wesenhafte Existenz ebenfalls kein Ende und natürlich auch keinen Anfang besitzt, weil es zeitlos existiert. Es muss ihm also auch darum gehen, das Instrument, diesen denkenden, fühlenden, physisch vorhandenen Menschen, zu verfeinern, zu verbessern, oder ihn gar mutierend zu geistiger Wahrnehmung der wirklich existentiellen Zusammenhänge zu befähigen, damit er die Chance erhält, auch verkörpert andauernd da zu sein und dabei, die letzte Wahrheit, sozusagen das Uraxiom der Existenz, vor den geistigen Augen sehend - im Gegensatz zu ,denkend - diese Wahrheit zu erkennen und zu begreifen und mit dem Erkannten umgehen zu lernen. Hätte nun der kausal-logisch denkende Geist ein derartiges Bild als konstante, lebendige Größe vor Augen und dabei die absolute Gewissheit, dass er das Richtige, das Wirkliche sieht, was dadurch richtig und wirklich ist, weil es kausal-logisch, juxtapositionär in Identität denkend, einfach nichts anderes sein kann, als das, als was es erkannt wird, und es so bildhaft als Vision stabil hervorträte, fände der erkennende Geist die gesuchte Festigkeit der Wahrheit und ihre uferlose Freiheit an einem einzigen Ort, dem Zentrum eines bewussten und durch nichts zu schwächenden Willens, der will, was er weiss, und somit weiss, was er will, weil er kreativ, im Sinne von schöpferisch, sieht. Nun könnte er von dort aus auf den bisherigen Stand seiner eigenen und der kollektiv vorhandenen materiellen, vitalen und mentalen Evolution bewusst, kausal-logisch und juxtapositionär in Identität Einfluss nehmen. Jedoch besitzt er noch keine detaillierten Bilder, keine spezifischen Visionen, um das zu können. Selbst seine Imaginationskraft ist verkümmert, wie ihm durch das Gezwungensein zum physischen Sehen auch die Notwendigkeit, innerlich Bilder zu erschaffen, weitgehend abhanden gekommen ist. Er befindet sich tatsächlich vorinvolutionär im seienden Nichts. Er sieht nichts. Nichts fällt ihm ein! Woher auch? Im Höchstfalle kann er einschlafen, d.h. er kann sich wie das seiende Nichts involvieren. Involution in das Vergessen seiner selbst ist jedoch der Tod der Bewusstheit. So kann der Geist des Menschen hier sterben, im Nihil untergehen, tatsächlich nicht mehr sein, und zwar in einem nichtseienden Nichts. Dieses nichtseiende Nichts, welches dem seienden Nichts sehr ähnlich, wenn nicht sogar identisch mit ihm ist, weil es aus demselben ,Stoff besteht, findet im seienden Nichts als materiell involviert statt. Es bezeichnet die wirkliche Unwirklichkeit einer jeden Begrenzung im Stoff. Sichtbare und unsichtbare Formen sind nicht wirklich, nicht wahr, nicht fest vorhanden. So wie die suchende Linie des Künstlers immer wieder neu ansetzt, so tasten sich Formen an die höchste Wahrheit, sprich Wirklichkeit heran und werden erst dann aufhören, sich zu verändern, wenn höchste Vollkommenheit und Endgültigkeit des Bewusstseins und der Körperformen, wie auf der geometrischen Ebene, erreicht sind, wobei die Frage auftaucht, ob es ein ,Ende durch eine höchste Höhe gibt, weil diese dann wiederum von etwas überstiegen werden könnte, oder ob die Vollkommenheit der Form das Wesen, die Idee eines Dinges, endgültig wiedergäbe, weil der qualitative Inhalt die Form bestimmt und nicht umgekehrt. Doch noch immer ist die Frage nicht geklärt, woher dem seienden Nichts, in welcher Form auch immer, ob involutioniert in Raum-Zeit und Materie oder evolutioniert, als ewig wache Vorhandenheit, die intelligent verknüpften Bilder und Formen kommen sollen. Aus der schieren Fantasie, der Willkür und Beliebigkeit vielleicht? Dabei die Suppe des ,Materials solange umrührend, bis sich etwas kausal-logisch in Identität denkendes Wesenhaftes ergibt (ein zufällig erschaffener, sich seiner selbst bewusster Geist)? Ein Widerspruch in sich. Entweder hat die Bewegung ein intelligentes, vorbestimmtes Ziel oder nicht. Selbst wenn beides zuträfe, Zufall und Bewusstheit, erklärten sich nicht sinnvoll evolutionäre, Intelligenz wachsen lassende Folgen, denn die Frage intelligent oder nicht, zufällig oder nicht, muss sich hier selbst eindeutig mit intelligent, und nicht, oder nur bedingt, mit zufällig intelligent beantworten. Zufall wird hier zur Komponente eines intelligenten Vorfalls und nicht umgekehrt. Zufall garantiert der Intelligenz die Freiheit, die sich kausal-logisch aus dem wesenhaften Einssein der Gesamtheit eines seienden Nichts ergibt. Doch bleibt immer noch die gestellte Frage: Woher kommen die Bilder und Formen? Es gibt nur eine einzige Erklärung: Das seiende, qualitätslose, unendliche Nichts, welches seine Vorhandenheit durch die zwangsläufig eingeleitete Involution in die Urmaterie zu beweisen trachtet, ist, kausal-logisch und juxtapositionär in Identität gedacht, die dunkle Rückseite eines leuchtenden, absolut daseienden, höchste Qualität besitzenden etwas, welches man, da es das Ende der Begründbarkeit mit sich bringt, mit Recht Transzendenz nennen könnte, weil mit ihm eine einleuchtende Erklärung für die sich selbst in Erscheinung setzende, seiende Nichtvorhandenheit gegeben wäre, denn selbst das seiende Nichts muss von irgendwoher kommen. Das seiende, unendliche Nichts wäre also nicht nur Ursache und Träger der in Erscheinung getretenen Universen, sondern auch Rückseite einer unaussprechlich wahren, umfassenden Wirklichkeit lichtvoller transzendenter und omnipotenter Möglichkeiten, einer sich durch sich selbst beweisenden, tatsächlich vorhandenen, hyperintelligenten Geistes- und Formenwelt, bis hin zum Irrationalen, in der in einer endgültig alles, aber auch alles umfassenden, sich selbst bestimmenden freien Vision der Lauf der evolutionsbestimmenden Bilder, über willentlich erzeugte Vorstellungen und Ideen, die auf das seiende Nichts übertragen werden, bestimmt und gelenkt werden könnte. Dass in dieser Form dem bisher evolutionierten, kausal-logisch und vielleicht sogar schon juxtapositionär in Identität denkenden Geist inspirative, intuitive oder visionäre Einblicke in die Wirkweisen des transzendenten Geistes gegeben werden können, ist zu erwarten, zu erhoffen und zu verstehen und, was noch wichtiger ist, durch praktizierte Denkstille herbeizuführen. Das seiende Nichts schöpft im Individuum aus der Quelle kausal-logisch folgernder, unendlicher Möglichkeiten. Diese führen, da sie sich aus der Transrationalität anbieten und über das Ursache-Wirkungs-Prinzip der Vernunft hinausgehen, in einen denkfreien Zustand, in dem das Gesehene dadurch, dass es tatsächlich geistig gesehen wird, unüberbietbare, ursächliche Realität besitzt. Erkennen avanciert zur Real-Idee, in der sich der Erkennende als mit dem Erkannten identisch weiss und sich höchst real, da schauend erkannt begründet, bewiesen und erfahren wiederfindet. Die aus der Transzendenz willentlich und bewusst gesandten und vom seienden Nichts empfangenen Bilder und Visionen wären Träger von gnostischen Real-Ideen, die sich allein durch ihre Vorhandenheit in der substantiellen Matrix eines seienden Nichts als evolutionsbestimmende Involution bis ins Materielle durchsetzten, sofern sie an das Bestehende ohne allzu große Sprünge mutativ anknüpften, und das nicht zuletzt, um die Normalität der Evolution beizubehalten und eine stabile Materialisation der Idee im dreidimensionalen Universum zu gewährleisten. Das seiende Nichts als Substanz und Prägeform freier, gnostischer, bewusster Ideenkraft erschiene als Feld gezielten Schöpferwillens aus einer alles umfassenden höchsten und transzendenten Einheit, also auch als Person. Die Chance des erkennenden Individuums bestünde darin, die empfangenen oder erzeugten Ideen als selbstschöpferische Substanz anzusehen und zu gebrauchen und experimentell in einem erklärbaren Prozess individuell und/oder auch kollektiv pragmatisch kreativ umzusetzen. Die Wirksamkeit und schöne Gefährlichkeit eines derart erzeugten, schöpferischen Prozesses unter den für höchst wahrscheinlich gehaltenen beschriebenen Umständen, muss nicht erklärt, sondern pagmatisch experimentell belegt und bewiesen werden. Grundvoraussetzung dafür wäre die Erzeugung einer in sich absichtslosen, partiell oder dauerhaft erzeugten Denkstille durch prinzipielles Wissen von den möglichen und höchst wahrscheinlichen, da kausal-logisch und juxtapositionär in Identität begründeten und erkannten, existentiellen Gesamtzusammenhängen, deren axiomale, idealmaterialistische Wurzel, Begründung und Erfüllung in einem nicht endenden, ständig stattfindenden Involution-Evolutionsprozess zu finden wäre. In diesem Sinne: Auf zu neuen Ufern! Idee ist substantiell. |
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| © by BALVAT 1998 (auch auszugsweise) | |