| Idee ist substatiell | |
Absichtslos und ich-frei hervortretende, sich wie zufällig, doch notwendigerweise logisch-assoziativ organisierende Denkbilder und Imaginationen haben das Bestreben, sich direkt, sofort und in einer Art Automatismus in die Tat oder den repräsentativen Ausdruck umzusetzen. Sie besitzen ursächliche Kraft. Absichtslosigkeit und Ichfreiheit können jedoch nur vorübergehend im Wachzustand erzeugt werden; oft zu kurz, um aufsteigenden Denkbildern Raum zu geben und in sie bewusst, d.h. wissend eingreifen zu können. Überlagerungen aus dem Ichempfinden wirken zusätzlich wie Störsender. Eine Stilllegung des abstrakten Denkens in Worten und Begriffen im Wachzustand erfordert große Willensanstrengung und Disziplinierung. Von einigen geistigen Schulen wird sogar die Möglichkeit der Erzeugung von ,Denkstille im Wachzustand bestritten. Andere benutzen bekannte Übungen, wie die stereotype Wiederholung der selben Worte bis zur Auflösung ihrer begrifflichen Bedeutung, das Zählen, die bildhafte Vorstellung des Nichts, sofern das möglich ist, und ähnliches mehr. Das Problem der Denkfreiheit im Wachzustand besteht darin, dass, wenn wir aufhören zu denken, wir uns unserer Existenz nicht mehr bewusst sind. Trance, Schlaf, Narkose, Hypnose, Tod sind denkfreie Zustände. Der Wachzustand zählt bisher nicht dazu. Und doch gilt es, in diesem Denkfreiheit zu erschaffen, um die anfängliche Behauptung der Ursächlichkeit der absichtslosen und ichfreien Imagination experimentell zu beweisen. Neben den erwähnten, traditionell bekannten Möglichkeiten, vorübergehende Denkstille zu erzeugen, gibt es eine weitere, radikalere, wirksamere und andauernde Methode: Denkstille durch Wissen von den universellen Gesamtzusammenhängen. Jeder kann sich vorstellen, dass er das Einmaleins nicht mehr erlernen muss, wenn er es kennt. Dreimal drei ist neun. Man braucht darüber nicht nachzudenken. Mentales Wissen erzeugt partielle Denkstille. Denkstille herrscht dort, wo wir nicht denken, weil wir wissen. Nun sind die Welt und das Leben auf ihr komplexer, als diese einfache Formel. Mancher ist der Überzeugung (und es sind nicht wenige, wenn nicht sogar die meisten), dass die Erkenntnis der universellen Gesamtzusammenhänge allein durch deren unendliche Kombinationsmöglichkeiten nicht möglich sein kann. Andere denken, es müsse eine einzige Formel gefunden werden, die den Sinn (man meint immer einen begrenzten und endgültigen Sinn) aufschlüsselt. Es gibt aber keinen begrenzten endgültigen Sinn des Universums, da es selbst unbegrenzt ist. Jede Begrenzung des Sinnes impliziert auf der Stelle eine Weltanschauung oder ein philosophisches System, welche jedoch nur innerhalb der Formenvielfalt begrenzte Bedeutung besitzen, die wiederum nur ein weiterer möglicher Ausdruck der Grenzenlosigkeit des Unendlichen ist. Um aus dieser ,Zwickmühle herauszukommen, müssen wir nicht nach dem Sinn, sondern nach dem Prinzip, sozusagen der Idee des Ganzen suchen. Dazu benutzen wir die Kraft der kausal-logischen Vernunft. Diese führt über die bekannten und wissenschaftlich nachgewiesenen Phänomene und das Kausalitätsprinzip zum Erscheinen einer Urmaterie, die aus bisher unbekannten Gründen im bekannten Urknall, dabei Raum und Zeit erschaffend, explodierte. Hier kapituliert die kausal-logische Vernunft und erklärt den erkannten Zustand zum Axiom des materialistischen Denkens und Erkennens in der Wirklichkeit der Phänomene. Hier beginnen Glaube, Spekulation, Vermutung, Verdrängung und unbegründete Behauptung. Hier wurzelt der Nihilismus. Die Erfolglosigkeit der Sinnsuche des Denkens führt zur koanhaften Ermüdung desselben, erzeugt geistig begründete Depression oder bringt, in einer Art Flucht nach vorn, wissenschaftlichen Größenwahn, unbegründeten, idealistischen Zukunftsglauben, der in der Umkehrung die apokalyptische Vision erzeugt, hervor. Hätten wir eine Instanz, mit der wir uns jenseits des Denkens identifizieren könnten, bräuchten wir nicht entweder in die Verdrängung der Frage nach dem Sinn oder besser, nach dem zugrunde liegenden Prinzip, zurück in die auferlegte pragmatische, nur wissenschaftlichen Gesetzen gehorchende ,Wirklichkeit menschlicher und sonstiger Existenz, sondern könnten von außerhalb der Vernunft das Prinzip des Ganzen erkennen und die Sinngebung selbst bestimmen und kämen der magischen Formel des: Es werde! näher. Wir müssen uns fragen, wie eine solch Instanz aussehen könnte. Bisher sind wir der Meinung, mit dem Aufhören des abstrakten Wortdenkens sei alles aus und vorbei. Das ist ein Irrtum. Ich denke nicht mehr und bin dennoch! Jedoch was bin ich? Blicken wir mit der Vernunft auf das was, sind wir nichts, zumindest sehr wenig im Anblick des Ganzen. Ohne zu denken, wird es dunkel in unserem Inneren. Wir sehen nichts. Wir sind nichts. Wir schlafen ein, fallen in Trance, sterben; im besten Fall blicken wir dumm vor uns hin. Wir verlieren das Bewusstsein unserer Vorhandenheit. Wir sind keiner mehr, es sei, wir identifizieren uns mit den Erscheinungen, die uns umgeben, oder mit der biomechanischen Form, die wir darstellen samt Denkapparat, den wir als unsere Person begreifen. Alle diese Identifizierungsmöglichkeiten müssen jedoch als nur halb- oder unwirklich angesehen werden, weil sie keine unbegrenzte Dauer besitzen und in Raum und Zeit eingebunden einem Anfang und Ende unterworfen sind. Wir müssen im Wachzustand denken, um zu sein, d.h. wir werden zwangsweise und von biologischen Notwendigkeiten angetrieben, welche aus der Sinnenwelt und deren Eindrücken bestehen, und so zum permanenten Denken im Wachzustand gezwungen. Die logische, kausal-denkende Vernunft ist jedoch imstande, diese Zusammenhänge zu erkennen, indem sie sich von ihnen löst, sich ihrer entledigt, entrückt, absoluten Abstand nimmt und von dort, aus diesem neutralen Stand, auf den forschenden, wissenschaftlichen, kausal-logischen Geist zurück- oder herunterblickt. Unbefriedigt schaut sie auf das ungelöste und leichtfertig eingesetzte Urmaterie- -Axiom und stellt fest, dass es, wie sie weiß, wahr ist: von nichts kann nichts sein! Es sei denn, das Nichts ist derart vorhanden, dass es gar nicht nichts ist, sondern ein höchstes oder tiefstes Etwas, welches beliebt, sich in der Urmaterie zu sammeln, um sich selbst existentiell zu beweisen, und das durch die Explosion der Urmaterie nur deshalb dimensionserzeugend wird, um sich unter unendlichen Möglichkeiten schöpferisch visionierend an sich selbst unter materiellen Bedingungen zu ergötzen und zu erfreuen. Es kommt hinzu, dass ein wirkliches, nicht vorhandenes Nichts von keinem (auch nicht von der kausal-logisch denkenden Vernunft) wahrgenommen werden könnte und das Nichts daher durch diese Wahrnehmung, wenn sie dennoch stattfindet, seine Vorhandenheit logisch beweist, denn wo nichts ist, kann auch kein Wahrnehmender sein. Mit uns selbst, d.h. unserer Wahrnehmung des Nichts, beweisen wir seine tatsächliche, übergeordnete, alles durchdringende, bewusste und intelligente Vorhandenheit. Die Urmaterie wäre ohne unsere phänomenale Wahrnehmung für uns genauso wenig da, wie das sie erzeugende seiende Nichts, und auch dieses hörte, zumindest für uns, auf zu sein. Alles in Erscheinung Getretene wäre, wie wir selbst, illusionär, d.h. obwohl fragend, suchend und findend vorhanden, doch wiederum auch nicht existierend, weil Existenz in einem nicht vorhandenen Nichts kausal-logisch an ein alles auslöschendes Ende führte. Wenn es augenscheinlich so wäre, könnte es dennoch nicht sein. Denn wenn der Wahrnehmende das Wahrgenommene als nicht vorhanden erkennte, stürzte er selbst und dieses und alles andere in sich zusammen und wäre nicht mehr da, weil es nie gewesen ist. Es stürzt aber nur das Denken in sich zusammen, wenn man nicht mehr denkt, weil man nicht mehr kann oder muss, weil man alles weiß. Der Rest existiert nachweislich weiter, zumindest für die, die noch denken. Denken muss also kleiner sein als universelle Existenz, d.h. es war später da als die Urmaterie. Und so bleibt der logische und kausal-denkende Schluss, dass ein seiendes Nichts die Ursache für ein Etwas der Erscheinungen ist und es sein muss, wie wir gesehen haben. Treten wir also in dieses Nichts, was nachweislich alles ist, ein, stellen wir fest, dass wir es selber sind und uns diesen Tatbestand bewusst machen können, und dass wir dennoch wissen, dass wir begrenzte Intelligenz besitzen -, wer wir auch sein mögen. Wir stellen fest, dass wir an einem Punkt angekommen sind, der nachweislich und automatisch ein universelles Etwas kreiert, aus dem intelligente begrenzte Personen hervorgegangen sind, als die wir im einzelnen wie in der Gesamtheit gelten, welche in der Lage sind, das bisher in Erscheinung getretene dreidimensionale Universum, das nachweislich evolutionär ist, zu verstehen, wenn wir den intelligenten, universalen, bewussten Willen entdecken, der dem Erschienenen vorausgegangen sein muss, da die Evolution aufwärts gerichtet, intelligent, progressiv und sich selbst als Natur kennend auch dann existiert, wenn wir nicht mehr - aus welchem Grunde auch immer - denken, also denkfrei, jedoch seiend sein sollten. Was sich selbsttätig entwickelt, d.h. selbsttätig evolutioniert, dabei nachweislich Materie und Bewusstsein verfeinert und intelligent kombiniert, kann in seiner Ursache nicht dumm sein, es sei, es ist im Laufe der Zeit verblödet, eingeschlafen oder tot. So lange jedoch etwas lebt, ist es nicht tot. Und die Intelligenz lebt, wenigstens in einigen von uns, wenn auch in begrenztem, individualisiertem Umfang. Dies ist nachweislich bei unserem bisherigen Denkzwang der Fall, der auf die Funktion gerichtet eben nur seine denk- und ichfreie Vorhandenheit als seiendes, unendliche Möglichkeiten in sich bergendes, omnipotentes, da unendliches Nichts vergaß und der sie nun nicht mehr haben will oder kann, weil er sich das Etwas, d.h. die sinnlich wahrnehmbare Vorhandenheit der Evolution ausschließlich zur Heimat wählte, obwohl er hätte wissen müssen, dass er entgegen seiner unwiderstehlichen, immanenten Sehnsucht und Ahnung, doch eigentlich nicht nur begrenzt, gebunden zwischen Leben und Tod, da zu sein wünscht. Seine Vorstellung eines sinnlosen Nichts jenseits des Denkens entsteht aus der ausschließlichen Identifizierung mit der individuellen Person und aus der Verdrehung der Tatsache, dass wir in einem größeren Etwas existieren und nicht umgekehrt dieses Etwas um uns herum. Setzt das Denken durch diese Betrachtung eines ursächlichen, intelligenten und seienden Nichts die kausal-logische Folge voraus, auch denk- und ichfrei existieren zu können, da das logischerweise der Fall sein muss, wenn man dem Wortdenken keine absolute und ursächliche Wirklichkeit zugesteht, sondern dem Nichts intelligente Vorhandenheit bestätigt, gelangt man in jenen Zustand, der für die traditionelle Disziplin, ohne zu wissen warum, die denk- und egofreien Zustände der ,Erleuchtung sprich ,Einsicht erzeugt, in denen automatisch die universelle, intelligente Schöpferenergie angezapft wird, die dem suchenden Geist zusteht, weil er eine begrenzte Auswirkung von ihr ist und sie ihm kausal-logischerweise insgesamt inhärent ist. Hier wird zum ersten Mal dauerhafte Absichtslosigkeit und Denkfreiheit ohne vorherige Disziplin als natürliche Folge vom Wissen um die prinzipiellen universellen Zusammenhänge möglich. Eine so begründete universelle Identität, die erstmals ein durchgehendes intuitives, d.h. stets spontan imaginierendes und visionierendes Erkennen und Denken zuließe, weil das normale Denken in Worten und Begriffen zwar nicht abgeschafft, jedoch zu reiner Instrumentation des Ausdrucks herabgestuft und stillgelegt wurde, böte den nun selbsttätig auftauchenden Bildern, Imaginationen und Visionen erstens, unbeschränkt Raum, zu erscheinen, und zweitens, eine geschärfte Instrumentation des Ausdrucks, der ständig auf die Überhöhung des Daseienden zielte und so zum ersten Mal auf dem Planeten Erde bewusste, kollektive, wie in einem Zeitraffer beschleunigte, geistige und materielle Evolution herausforderte und möglich machte. Die in einem solchen Zustand bewusst ins Modell gesetzten oder sonstwie übertragenen und zum Ausdruck gebrachten Visionen, Imaginationen und Kausalitätsketten trügen zumindest potentiell Ansätze von schöpferischer Allmacht in sich und bestimmten zwar nicht das Wesen, jedoch den Lauf der Dinge. Die Idee der involutionären und evolutionären Abläufe wäre substantiell, ursächlich, kausal-logisch begründet. Apersonelle und personelle Intelligenz avancierte selbsttätig zu einem durch nichts mehr zu überbietenden Axiom: die Erweiterung der phänomenalen, unterdessen bewiesenen, formalen und inhaltlichen (sprich: geistigen) Evolution durch den ,Gedanken, oder sagen wir besser, durch die Idee einer davor stattgefundenen und ständig stattfindenden urmateriellen Involution des intelligenten und seienden Nichts. Gefunden wäre ein endgültiges, geistiges, in sich stimmiges, sich selbst beweisendes Prinzip selbstschöpferischer Intelligenz, welches uns auf der Stelle in die Freiheit der unendlichen Möglichkeiten entließe, die hier weder verwirrend noch chaotisch wirkten, da das Prinzip der Freiheit des Geistes in einer unendlichen Ordnung erkannt wäre und es so keine Willkür und Beliebigkeit erzeugte, wie es im Moment durch Unkenntnis der Zusammenhänge der Fall ist, sondern sich ihrer nur zum Spaß an der experimentellen Paradoxie bediente, die den zusätzlichen Sinn böte, sein eigenes unendliches Potential anzuzapfen, neue kreative Möglichkeiten auszuloten, die unendliche Ordnung noch zu vergrößern, zu erweitern, zu verfeinern und zu vertiefen. Eine - nennen wir sie einmal so - supra-avantgardistische, weil von ,oben auferlegte Kunst, auf der Basis einer geistigen Identifikation mit dem seienden hyperintelligenten Nichts, überhöhte das Gewesene durch die Schöpferkraft eines Pankreators, ohne das bisher Erreichte zerstören zu müssen oder es zu verunglimpfen, da dieses nebenher und an Ort und Stelle in der untergeordneten pragmatischen Wirklichkeit des zeitgenössischen ,Jetzt seinen momentanen Stellenwert beibehielte. Die Einbuße bestünde lediglich darin, nicht mehr die höchste geistige Höhe, wie bisher, beanspruchen zu können. Kunst erschiene als sekundäres und instrumentales Mittel zum Zweck der Überhöhung und besäße nun einen zwar untergeordneten, jedoch hohen Stellenwert für die von einigen bewusst betriebene Evolutionierung der Formen und des Bewusstseins. Es wird einleuchten, dass jener Prozess umkehrbar ist. So wie die Idee die materielle Erscheinung formt, beeinflusst die Veränderung der materiellen Form die Idee und diese wiederum die Form in endloser Folge. Die Evolution der Formen und des Bewusstseins, die wir voraussetzen, bedient sich dieses ständigen Prinzips der Anpassung an das kausal-logische, dynamische Gesetz. Wir kennen alle das Wort: In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. In der Umkehrung des für wahr erkannten Prinzips heißt das: Ein gesunder Geist besitzt einen gesunden Körper. Was aber ist ein ,gesunder Geist? Das kann nur ein Geist sein, der seinem Wesen nach wissend und frei in einer Ordnung lebt, die das Chaos, die absolute Freiheit, die Beliebigkeit, die Willkür, die Destruktion etc. in diese Ordnung einbezieht und allen Erscheinungen ihren Stellenwert belässt oder ihn sogar da fördert, wo dieser im Ganzen seinen Platz und Sinn hat. Wie sieht aber diese größere, umfassendere Ordnung aus? Wir haben gesehen: Das Nichts ist nicht nichts, sondern ein höchstes Etwas, das sich selbst beweisende Urmaterie kreiert, welche, durch permanenten weiteren involutionären Druck explodierend, Raum-Zeit und Materie, die, wie wir heute wissen, verdichteter Raum ist, erschafft. Es ist zu verstehen, dass - wenn es eine Evolution gibt, und man ist wissenschaftlich der allgemeinen Ansicht, es gibt sie - dass also die Evolutionsbewegung des Universums, wie wir sie auf dem Planeten Erde verzeichnen, eine Rückentwicklung zum Urzustand eines bewusst alles beinhaltenden seienden Nichts unter Mitnahme der durch Verfeinerung des Urmaterials erzeugten Formen sein muss und ist. Apersonaler Geist, d.h. das bewusste, seiende Nichts gibt sich selbst tausendfache unterschiedliche Form, um sich in dieser, als Kulmination der Entwicklung, selbst wieder zu finden. Er, bzw. Es kreiert, verwirft, verbessert, zerstört auf der Basis eines Auslesegesetzes, welches uns Menschen brutal erscheint, was es jedoch, im Hinblick auf das here Ziel der Rückkehr zu sich selbst unter Mitnahme der entwickelten materiellen Form, nicht ist. Wir haben geistig und körperlich die Herausforderung des Lebens und Todes anzunehmen und uns in wissender, geistiger Leere und Denkstille für den Empfang selbsttätiger, universeller Bilder, Imaginationen, Visionen, Inspirationen und Intuitionen instrumental frei zu machen oder bereit zu halten; d.h. wir haben auf ,Empfang zu gehen, die Einbrüche in der uns gegebenen ,Art wiederzugeben, und dürfen dabei wissend oder sehnend eingreifen, ihnen Richtung weisen, welche uns, die wir auch ,nur seiende Nichtse sind, in der zugestandenen Freiheit des Geistes beliebt, individuell oder zum Nutzen aller oder beides zusammen, einzuschlagen. Was eine derart motivierte und angetriebene Kunst hervorbringen könnte, überstiege, da nun zur Form der Inhalt, zum Handwerk die Aussage und zur Wirkung die Ursache käme, alles Gehabte. Wir hätten universell und individuell insgesamt die prinzipielle Möglichkeit eines mutativen, geistig-evolutionären Schrittes ins Auge gefasst, dessen langfristige Folgen dem Sprung des Tieres zum Primaten gleich kämen. Bei diesen Aussichten empfiehlt sich dem kausal-logisch denkenden Geist fast zwanghaft ein experimenteller Einstieg in die Wirkweisen eines seienden Nichts, um vom tastenden Suchen nach einer für absolut notwendig erachteten Letztbegründung (wie sie in den USA von den wissenschaftlichen und philosophischen Schulen gefordert wird, um dem apokalyptischen Werteverfall zu entgehen) in die Erfahrung und Handhabung eines größeren Prinzips, als es das bekannte Denken darstellt, vorzustoßen und so endlich, bewusst und unwiderruflich, der evolutionären Entwicklung freien Raum für ihre ungeahnten Möglichkeiten zu geben, die weit oberhalb der menschlichen Existenz - also dort, wo die große Kunst zu Hause ist - anzusiedeln sind. Die absichtslose, d.h. die ichfreie, sich wie zufällig, jedoch bei näherem Hinsehen notwendigerweise selbst organisierende Handlung innerhalb einer andauernden absoluten mentalen Stille im Wachzustand, welche deshalb eingetreten ist, weil uns das eine Bild eines als höchste Wahrscheinlichkeit erkannten und angesehenen, kausal-logisch begründeten, ständig stattfindenden, doppelten Involution-Evolutionsprozesses dauernd und stabil als höchste Erkenntnis vor den geistigen Augen steht und es deshalb, weil dies gewusst, alles gewusst wird, nun nichts mehr zu denken und zu erkennen gibt, was nicht auf der Stelle spontan und intuitiv bekannt wäre, kann als eine supra-avantgardistische Bewegung einer über das Instrumentarium Mensch wirkenden, universalen und transpersonalen Intelligenz angesehen werden, die auf diese Art und Weise ihren Willen kundtut und repräsentiert, der sich, unter künstlerischen oder sagen wir besser ästhetischen Gesichtspunkten, wie gesagt, über das Instrumentarium Mensch entweder direkt oder, durch metapherhafte Umschreibung ins Modell, das Bild, den Ton oder das Wort gebracht, selbsttätig unter den dreidimensionalen Bedingungen der phänomenalen, später sogar jenen der Sinnenwirklichkeit fassbar realisiert. In diesem Geschehen, das experimentell unter den genannten Bedingungen der Denkstille durch Wissen nachzuvollziehen ist, beweist sich pragmatisch und nicht nur theoretisch (philosophisch) durch die Tat und den Augenschein ihrer Auswirkung die Macht des Geistes über den Stoff. Das uns bekannte, materialistische Denken und Handeln muss spätestens ab dieser, die Philosophie überhöhenden größeren Beweisführung, da nun nicht mehr wortdenkend abstrakt, sondern schauend ,gedacht wird, als sekundär wahr angesehen werden; und das nicht zuletzt deshalb, weil der mechanisch-determinierte Ablauf des Denkens bewiesen wurde. Der Materialismus gehört zur Evolution der Formen des äußeren Daseins. Der Idealismus überragt ihn gewaltig und geht ihm als unumstößliches Axiom voraus. Dass bei einem derartig gestrafften Evolutionsprozess des menschlichen Geistes dimensionsverbindende Brücken gebaut werden müssen, ist zu verstehen. Hier finden im neuen Jahrtausend Kunst und Philosophie ihre höchste Bedeutung und ihren tiefsten Sinn. Unter Mitnahme und Erweiterung des formgebenden Handwerks - wobei die neuen Medien durchaus einbezogen werden können (nichts ist dem Geiste heilig!) - eröffneten sich der Welt und dem menschlichen Denken im Nichtdenken, dazu im Anblick der nicht gerade rosigen Lage der Art, ungeahnte Zukunftsaussichten, denn das empfohlene Experiment bräuchte nur von wenigen vollzogen zu werden, sozusagen nur von einer ,Hand voll menschlicher Wesen, die einen ,Artdurchschnitt abdecken, damit nichts verloren ginge. In Folge dessen richtet sich dieser Aufsatz nicht an viele, sondern nur an jene, welche die große Notwendigkeit eines nächsten, evolutionären Schrittes erkennen, erahnen oder ersehnen. Jedoch auch die ,vielen mögen etwas davon haben. |
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